Was du nach "Ich bin" setzt, wirst du

Was du nach "Ich bin" setzt, wirst du
Photo by Dendy Darma Satyazi / Unsplash

Es gibt zwei Worte, die mächtiger sind als alle anderen.

Zwei Worte, die du jeden Tag benutzt – ohne zu wissen, was du damit erschaffst.

Zwei Worte, die deine Realität formen, deine Grenzen definieren, dein Leben bestimmen.

"Ich bin."

Was du nach diesen zwei Worten setzt, wirst du.

Nicht metaphorisch. Nicht irgendwann. Nicht vielleicht.

Du wirst es.

Jedes Mal, wenn du "Ich bin" sagst, sprichst du einen Schöpfungsakt.

Die Frage ist nur: Was erschaffst du?


Die Macht von "Ich bin"

In vielen spirituellen Traditionen gilt "Ich bin" als der Name Gottes.

Im Alten Testament antwortet Gott auf die Frage nach seinem Namen: "Ich bin, der ich bin."

Das ist kein Zufall.

"Ich bin" ist der Moment der Schöpfung. Der Moment, in dem etwas aus dem Nichts entsteht. Der Moment, in dem Potenzial zur Realität wird.

Wenn du sagst "Ich bin", definierst du dich selbst.

Du sagst dem Universum, wer du bist.

Du sagst deinem Unterbewusstsein, was es für wahr halten soll.

Du sagst deinem Körper, welchen Zustand er annehmen soll.

Du sagst der Welt, wie sie dich behandeln soll.

"Ich bin" ist keine Beschreibung. Es ist eine Deklaration.

Es ist keine Beobachtung dessen, was ist. Es ist eine Erschaffung dessen, was sein wird.


Was du wahrscheinlich sagst

Achte mal einen Tag lang darauf, was du nach "Ich bin" setzt.

Die meisten Menschen sagen Dinge wie:

"Ich bin müde."

"Ich bin gestresst."

"Ich bin nicht gut genug."

"Ich bin nicht der Typ dafür."

"Ich bin immer so vergesslich."

"Ich bin einfach nicht kreativ."

"Ich bin schlecht mit Geld."

"Ich bin nicht gut in Beziehungen."

"Ich bin zu alt dafür."

"Ich bin zu jung dafür."

"Ich bin nicht so diszipliniert."

"Ich bin halt so."

Jedes dieser Statements ist ein Schöpfungsakt.

Jedes Mal, wenn du es sagst, verstärkst du es.

Jedes Mal, wenn du es wiederholst, gräbst du die Furche tiefer.

Jedes Mal, wenn du es glaubst, wird es wahrer.

Du erschaffst dich selbst – mit jedem "Ich bin".

Die Frage ist: Erschaffst du bewusst? Oder unbewusst?


Wie "Ich bin" wirkt

Warum sind diese zwei Worte so mächtig?

Dein Unterbewusstsein hört zu.

Dein Unterbewusstsein unterscheidet nicht zwischen Wahrheit und Behauptung. Es nimmt alles wörtlich.

Wenn du sagst "Ich bin müde", hört dein Unterbewusstsein: "Müdigkeit ist Teil meiner Identität."

Und es beginnt, diese Identität zu bestätigen. Es sucht nach Beweisen. Es erzeugt die entsprechenden Gefühle. Es formt dein Verhalten.

Nicht weil es wahr ist. Sondern weil du es gesagt hast.

Dein Körper reagiert.

Worte sind nicht nur Schall. Sie erzeugen physiologische Reaktionen.

Wenn du sagst "Ich bin ängstlich", spannt sich dein Körper an. Dein Atem wird flacher. Dein Nervensystem aktiviert den Stressmodus.

Wenn du sagst "Ich bin ruhig und zentriert", entspannt sich dein Körper. Dein Atem wird tiefer. Dein Nervensystem beruhigt sich.

Dein Körper glaubt, was du sagst. Und er reagiert entsprechend.

Deine Wahrnehmung filtert.

Dein Gehirn kann nicht alles verarbeiten, was um dich herum passiert. Also filtert es.

Und der Filter basiert auf dem, was du für wahr hältst.

Wenn du glaubst "Ich bin nicht gut genug", wird dein Gehirn überall Beweise dafür finden. Jede Kritik wird verstärkt. Jedes Lob wird abgeschwächt. Jeder Fehler wird zum Beweis.

Wenn du glaubst "Ich bin fähig und wertvoll", wird dein Gehirn dafür Beweise finden. Erfolge werden sichtbar. Möglichkeiten werden erkannt. Stärken werden wahrgenommen.

Du siehst, was du zu sein glaubst.

Dein Verhalten folgt.

Du handelst im Einklang mit deiner Identität.

Wenn du glaubst "Ich bin jemand, der nicht durchhält", wirst du nicht durchhalten. Nicht weil du nicht kannst. Sondern weil es nicht zu deiner Identität passt.

Wenn du glaubst "Ich bin jemand, der seine Ziele erreicht", wirst du Wege finden. Nicht weil es leicht ist. Sondern weil es zu deiner Identität passt.

Identität bestimmt Verhalten. Und "Ich bin" definiert Identität.


Die unbewusste Programmierung

Das Problem ist: Die meisten "Ich bin"-Statements sind nicht bewusst gewählt.

Sie wurden übernommen.

Von deinen Eltern: "Du bist so unordentlich." → "Ich bin unordentlich."

Von deinen Lehrern: "Du bist nicht gut in Mathe." → "Ich bin nicht gut mit Zahlen."

Von deinen Freunden: "Du bist so sensibel." → "Ich bin zu sensibel."

Von der Gesellschaft: "Menschen wie du schaffen das nicht." → "Ich bin nicht der Typ dafür."

Von dir selbst: Nach einem Fehler sagst du "Ich bin so dumm" – und es bleibt hängen.

Diese Statements wurden nicht geprüft. Nicht hinterfragt. Nicht bewusst gewählt.

Sie wurden einfach übernommen. Und dann jahrelang wiederholt. Bis sie sich wie Wahrheit anfühlen.

Aber sie sind keine Wahrheit.

Sie sind Programmierung.

Und Programmierung kann geändert werden.


Was ich in meiner Arbeit sehe

Eine der ersten Dinge, die ich mit meinen Klienten mache, ist ihre "Ich bin"-Statements zu untersuchen.

Was sagen sie über sich selbst? Laut und leise. Bewusst und unbewusst.

Es ist oft erschreckend.

Hochintelligente, erfolgreiche Menschen, die im Stillen denken: "Ich bin ein Hochstapler."

Talentierte Unternehmer, die sich sagen: "Ich bin nicht gut genug für die große Bühne."

Liebevolle Menschen, die glauben: "Ich bin nicht liebenswert."

Diese Statements laufen im Hintergrund. Wie ein Programm, das ständig läuft. Und sie formen alles.

Einer meiner Klienten – ein erfolgreicher Berater – konnte nicht verstehen, warum er immer wieder an derselben Einkommensgrenze stecken blieb. Er hatte die Strategien. Er hatte die Fähigkeiten. Aber irgendetwas hielt ihn zurück.

Als wir seine "Ich bin"-Statements untersuchten, fanden wir es:

"Ich bin nicht der Typ, der richtig viel Geld verdient."

Er hatte das nie bewusst gedacht. Aber als wir es aufdeckten, erkannte er: Das war ein Satz, den er von seinem Vater übernommen hatte. Sein Vater hatte immer gesagt: "Wir sind keine Leute, die reich werden. Das ist für andere."

Dieser eine Satz – unbewusst übernommen, nie hinterfragt – hatte jahrzehntelang sein Einkommen begrenzt.

Wir haben nicht an Strategien gearbeitet. Wir haben an diesem einen Satz gearbeitet.

Er begann, bewusst ein neues Statement zu wählen: "Ich bin jemand, der Wert schafft und dafür reichlich belohnt wird."

Nicht als leere Affirmation. Als bewusste Entscheidung. Als neue Identität, die er jeden Tag verkörperte.

Innerhalb eines Jahres hatte er seine Einkommensgrenze durchbrochen – nicht um ein bisschen, sondern um das Dreifache.

Nicht weil sich der Markt geändert hatte. Nicht weil er eine neue Strategie gelernt hatte.

Weil er geändert hatte, wer er ist.


Die Kunst der bewussten Wahl

Du hast die Macht, zu wählen, was du nach "Ich bin" setzt.

Das ist keine kleine Sache. Das ist vielleicht die größte Macht, die du hast.

Schritt 1: Werde bewusst.

Achte auf deine "Ich bin"-Statements. Einen Tag lang. Eine Woche lang.

Was sagst du über dich selbst? Laut zu anderen. Leise zu dir selbst.

Schreib es auf. Alles. Ohne Filter.

Das ist dein aktuelles Selbstbild. Das ist, was du gerade erschaffst.

Schritt 2: Hinterfrage.

Für jedes Statement, frag dich:

Ist das wirklich wahr? Oder habe ich das übernommen?

Dient mir das? Oder begrenzt es mich?

Habe ich das bewusst gewählt? Oder ist es einfach passiert?

Würde ich das einem Kind sagen, das ich liebe? Wenn nicht – warum sagst du es dir selbst?

Schritt 3: Wähle neu.

Du darfst neu wählen. Jetzt. In diesem Moment.

Was willst du sein?

Nicht was bist du gewesen. Was willst du sein?

Formuliere es als "Ich bin"-Statement.

"Ich bin fähig und wertvoll."

"Ich bin jemand, der seine Ziele erreicht."

"Ich bin ruhig und zentriert, auch in Herausforderungen."

"Ich bin kreativ und voller Ideen."

"Ich bin jemand, der reichlich belohnt wird für den Wert, den er schafft."

Wähle bewusst. Wähle kraftvoll. Wähle, was du wirklich sein willst.

Schritt 4: Wiederhole und verkörpere.

Ein neues "Ich bin"-Statement einmal zu sagen, reicht nicht.

Du musst es wiederholen. Täglich. Mehrmals täglich.

Aber nicht als leere Worte. Als gefühlte Wahrheit.

Sag es – und fühle es im Körper.

Sag es – und nimm die Haltung ein, die dazu passt.

Sag es – und handle im Einklang damit.

Das ist keine Affirmation. Das ist Identitätsarbeit.

Schritt 5: Korrigiere dich.

Du wirst in alte Muster fallen. Das ist normal.

Du wirst dich dabei ertappen, wie du sagst: "Ich bin so vergesslich" oder "Ich bin nicht gut genug."

Wenn das passiert, korrigiere dich. Sofort.

"Stopp. Das ist nicht, wer ich bin. Ich bin..."

Und dann sag das neue Statement.

Jede Korrektur ist ein Sieg. Jede Korrektur schwächt das alte Muster und stärkt das neue.


Die Verantwortung

Mit dieser Macht kommt Verantwortung.

Du kannst nicht mehr sagen: "Ich bin halt so" – und dich dahinter verstecken.

Du kannst nicht mehr sagen: "So bin ich eben" – und es als Ausrede benutzen.

Du weißt jetzt, dass du wählst.

Jedes "Ich bin" ist eine Wahl. Bewusst oder unbewusst.

Und du bist verantwortlich für das, was du wählst.

Das ist keine Last. Das ist Freiheit.

Die Freiheit, dich selbst zu erschaffen.

Die Freiheit, zu werden, wer du sein willst.

Die Freiheit, nicht gefangen zu sein in dem, was war.


Die Einladung

Ich lade dich ein, heute bewusst zu wählen.

Was setzt du nach "Ich bin"?

Nicht aus Gewohnheit. Nicht aus Programmierung. Aus bewusster Wahl.

Wer willst du sein?

Sag es. Fühle es. Verkörpere es.

Und dann beobachte, wie sich deine Realität formt.

Nicht weil es Magie ist.

Weil es das Gesetz ist.

Was du nach "Ich bin" setzt, wirst du.

Also wähle weise.


"Ich bin" sind die mächtigsten Worte, die du sprechen kannst. Sie sind keine Beschreibung – sie sind eine Schöpfung. Was du nach ihnen setzt, wirst du. Die meisten Menschen wählen unbewusst. Du kannst bewusst wählen. Die Frage ist nicht, wer du bist. Die Frage ist, wer du sein willst. Und dann: Sag es. Fühle es. Werde es.

Matt Zimmermann

Matt Zimmermann

Switzerland